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Startseite » Infos » Basics » Der tote Homosexuelle

» Der tote Homosexuelle

Wieder ein Schrei nach mehr Toleranz

Es ist schon ziemlich beschämend, wenn der Mensch den Menschen tötet, trauriger noch, wenn ein Mensch sich selbst das Leben nimmt, ferner eigentlich grundlos, eigentlich...
 

Immer wieder werden Menschen hingerichtet, mit dem erfüllendem Tatbestand: Schwul zu sein.
„Es ist nicht von Gott gewollt“ – eine der häufigsten Aussagen, aber auch dass es eine Perversion sei, ferner eine Krankheit oder eine psychische Störung.

Dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind, davon kann man in manchen Ländern noch nicht sprechen. Die „unheilbare Erkrankung“ wurde zwar, zeitlich gesehen „erst“ kürzlich von der Liste der WHO gestrichen, dennoch ist auch das schon 20 Jahre her.

Jedoch ist nicht nur die körperliche Hinrichtung ein Thema, sondern auch die psychische – letztendlich die Selbsttötung, immer wieder passiert so etwas.

Seth Walsh, erst 13 Jahre alt, aus dem kalifornischen Tehachapi, versuchte sich umzubringen, leider mit Erfolg. An einem Baum, erhängte er sich und starb. Bewusstlos und ohne zu atmen wurde er aufgefunden, mit einem Helikopter in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Ärzte versuchten dem kleinen, leblosen Körper zu retten, dieses Mal ohne Erfolg, die Eltern ließen die lebenserhaltenden Maßnahmen stoppen.

Der bekennende Schwule Seth wurde nur 13 Jahre alt, er hatte sein ganzen Leben noch vor sich eigentlich muss man sagen, er wurde getötet. Gequält von den Worten seiner Mitschüler, zerbrochen von dem Druck, der auf ihm lastete. „Seht da, seine Mörder,“ die nicht verurteilt werden, denn Hänselei ist nicht strafbar.

Gestorben, weil er so war wie er war.
Wie ein heterosexueller Mensch, der nichts dafür kann, dass ausgerechnet er einen Leberfleck auf der Wange hat, dass er braune Haare hat, oder dass dieser auf das weibliche Geschlecht steht.
Gestorben, weil er den Menschen liebte.

Seth Walsh ist kein Einzelfall, im Monat September 2010 zum Beispiel, begingen in den USA mehr als drei Jugendliche Suizid. Diese Jugendlichen erfuhren keine Akzeptanz und erhängten oder erschossen sich.

Das schwul oder lesbisch sein macht uns, in den Augen vieler, zu anderen Menschen. Natürlich sind wir eine Minderheit die von der Norm abweicht. Aber doch trotzdem normale individuelle Geschöpfe, wie jedes andere auch. Jeder sollte toleriert werden.

Das deutsche Grundgesetz sagt unter Artikel 3 folgendes aus:

[...Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden...]

Ein guter Anfang, dieser Artikel sollte für alle Länder Gültigkeit besitzen, jedoch mit der seit Jahren geforderten Verbesserung:

[...Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seiner sexuellen Orientierung, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen  benachteiligt oder bevorzugt werden. ...] !

Zum Glück erlaubt es aber unser Land, dass Minderheiten, wie zum Beispiel wir Homosexuelle Vereinigungen gründen dürfen, wie zum Beispiel unser Verein.

Der GayUnion e.V. hat viele Aufgaben, Eine ist, etwas in der Gesellschaft zu bewirken, wir sind durch die vielen leisen Stimmen, eine Laute! Nur dafür müssen wir zusammenhalten, wir sind doch eine Familie?!

Vielleicht hören ja einmal die Menschen, die uns hassen, richtig zu. Um zu begreifen wer wir sind und zu lernen mit ihren Herzen zu hören. Gern auch mit den Ohren in die Richtung der Großmutter von Seth Walsh gewandt, die unter Tränen sagte:

„Wir hoffen, das die Gesellschaft mehr Toleranz für Menschen entwickeln wird, die anders sind.“


Elias M ö g l i n g


Photo mit Paragraphen © geralt / PIXELIO

Artikel erstellt am 27.10.2010 von Elias

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