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Startseite » Infos » Basics » Homosexualität im Ausland

» Homosexualität im Ausland

Mord an schwulen Aktivist David Kato

Zehn Prozent der Menschen auf Erden haben eine homosexuelle Neigung. Auch wenn dieser Wert nur ein geschätzter ist, sind diejenigen zwar nicht der Norm entsprechend; spätestens wenn man aber das Wesentliche betrachtet alle gleich.

Erst im Jahre 1990 wurde Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus den Listen der psychischen Krankheiten gestrichen und als sexuelle Orientierung anerkannt, das war gerade einmal vor 21 Jahren! In einigen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, änderte sich mit der Zeit die Sichtweise der Gesellschaft über Homosexuelle enorm, was dazu führte, dass Menschen mit homosexuellem Hintergrund es einfacher haben, ihre sexuelle Identität auszuleben.

Dennoch, auch in Deutschland gibt es Menschen, die durch Unwissenheit und Vorurteile geprägt sind, an konservativen Denkweisen festhalten und „Neues“ unter-drücken, verbieten und verfolgen. Es ist erschreckend, dass allein in Deutschland die Zahl der homophoben Übergriffe bei 200-300 im Jahr liegt, circa vier bis sechs Übergriffe also jede Woche(*). Ferner hat die Zahl der Pöbeleien, sowie das Unsicherheitsgefühl zugenommen(**).

Die Frage, mit Blick auf Deutschland, liegt also nahe, wie es mit der Toleranz gegenüber Homosexuellen in Europa, dem nahen Osten und der Welt aussieht?

Dazu ist zu sagen, dass in vielen Ländern der EU Menschen mit homosexueller Neigung anerkannt werden. Jedoch gibt es immer noch einige Länder inner- und außerhalb der EU, in denen eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft beziehungsweise eine gleichgeschlechtliche Ehe nicht gestattet ist und homosexuelle Handlungen bestraft werden. Zum Beispiel sind homosexuelle Partnerschaften In Italien, Bosnien, Mazedonien, Albanien, Griechenland, Slowakei und Estland gesetzlich noch nicht gestattet. In Polen, Lettland, Litauen, Belarus, Ukraine, Moldavien, Serbien, Montenegro und Bulgarien sogar durch die Verfassung verboten. In anderen Ländern, wie zum Beispiel im nahen Osten stehen homosexuelle Handlungen sogar immer noch unter Todesstrafe, was dazu führt, dass eine homosexuelle Identität quasi unmöglich ist.

Wie leben Homosexuelle in Ländern, in denen Homosexualität unter Strafe steht?

In vielen Ländern, in denen Homosexualität unter Strafe steht, müssen sich die Homosexuellen verstecken, im geheimen Treffen und hoffen nicht entdeckt zu werden. Viele Homosexuelle in nahöstlichen oder südwestlichen Ländern treffen sich im Geheimen zum Beispiel in abgelegenen Gebieten, oder in leer stehenden Gebäuden, um nicht entdeckt zu werden. Für die Homosexuellen in diesen Ländern ist jeder Tag ein Versteckspiel. Sie müssen sich jeden Tag verstellen und verleugnen, leben jeden Tag mit der Angst - entdeckt, verhaftet oder verraten zu werden. Meist ist es noch nicht einmal die Angst vor der Polizei, sondern vor der Familie. Für viele Familien in diesen Ländern ist Homosexualität ein Tabu. Immer wieder hört man von Morden an Homosexuellen durch die Familie, die durch Intoleranz, Ablehnung und religiöse Gesichtspunkte geschehen. Es ist also im Endeffekt meist die Unwissenheit, Konservativismus und der Glaube der diese Länder prägt und dort Homosexualität zu einem Tabuthema macht.

Gegenwärtig erschütterte die Nachricht vom Tod des schwulen Aktivisten David Kato in Uganda. . Nachdem die die ugandische Wochenzeitung „Rolling Stone“ Kato und andere Personen mit der Aufforderung: „Hängt sie“ geoutet hatte, wurde David Kato gestern brutal ermordet. Bis zu seinem Tod hatte er immer wieder Morddrohungen erhalten.

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Das Mitgefühl gilt David Katos Familie und seinen Freundinnen und Freunden. Es ist empörend, dass die Regierung von Uganda ihren homosexuellen Bürgerinnen und Bürgern praktisch jeden Schutz verweigert und die homophobe Stimmung im Land selbst befördert. Diese erneute schreckliche Gewalttat muss endlich zu einem Umdenken bei Ugandas Regierung führen.

Zum Mord an seinem Mitstreiter sagt Frank Mugisha SMUG(***)-Geschäftsführer: "Keine Art der Einschüchterung kann unseren Kampf aufhalten. Davids Tod wird erst gesühnt sein, wenn unser Kampf für Gerechtigkeit und Gleichheit gewonnen sein wird. David ist gegangen und viele von uns werden folgen, aber unseren Kampf werden wir gewinnen. David wollte ein Uganda sehen, in dem alle gleichbehandelt werden, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung."


Weitere Informationen zur Situation in Uganda und Arbeit von SMUG:

>> Jetzt informieren
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Elias Mögling und Alexander Throm
Bundesredaktionsleiter und Redakteur des GayUnion e. V.



(*) Quelle: Schwulen Überfall-Telefons des LSVD (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland) mit.

(**) Quelle: Alexander Zinn, Geschäftsführer des LSV Berlin-Brandenburg.

(***) Info: Die 2004 in Kampala gegründete SMUG tritt ein für gleiche Rechte für alle Ugander unabhängig von Geschlecht oder sexueller Identität. Zudem will SMUG die Homophobie und antihomosexuelle Gewalt im Land sowie HIV und Aids bekämpfen. Zusammen mit lokalen und internationalen Partnerorganisationen will SMUG die Menschenrechte von LSBT in Uganda voranbringen. SMUG ist auch im internationalen NGO-Beirat der Hirschfeld-Eddy-Stiftung vertreten.
 

Kleinkunstmalerei - Acryl auf LW 5x10 cm - „Nation“ und „Hope“ © MMX Elias Mögling

Artikel erstellt am 27.01.2011 von Elias

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