» Pädophilie ist auch eine sexuelle Ausrichtung
Es kommt darauf an kein Täter zu werden
Wenn man sich mit dieser, zugegeben unangenehmen Thematik auseinandersetzt, so hört man von Betroffenen all zu oft das Argument der liebevollen Beziehung zum Kind.
Man muss schon genau zuhören um zu verstehen, dass hier nicht die Liebe einer Mutter oder eines Vaters zu seinem Nachwuchs gemeint ist, sondern die zu einem Lebenspartner inklusive aller Aspekte, welche in diesem Zusammenhang miteinander einhergehen.
Pädophile Menschen haben jedoch oft im Zusammenhang mit ihrer Sexualität keinerlei Unrechtsbewusstsein. Das Kind wird ja, der eigenen Aussage und Auffassung folgend, zu nichts gezwungen. Auch Kinder haben ein sexuelles Empfinden und entsprechende Bedürfnisse. Man ist ja kein Kinderschänder, kein Sextourist, nein, man liebt aufrichtig und ehrlich. Jeden Wunsch ist man bereit zu erfüllen, liebevoll kümmert man sich um jegliche Belange, Probleme und Bedürfnisse des Kindes. Alles geschieht freiwillig und jedes Engagement ist selbstlos und von Grund auf ehrlich. Unrecht, egal welcher Art und Weise, wird energisch angeprangert und gerügt. Wie kann eine aufrichtige und ehrliche Liebe, welche auf Freiwilligkeit beruht, nur verwerflich und strafbar sein?
Jeder Mutter und jedem Vater muss es den Magen umdrehen
beim Lesen der vorangegangenen Zeilen. Bei der Vorstellung, das eigene Kind hätte Sex mit einem Erwachsenen, können, aus nachvollziehbaren Gründen, tatsächlich Mordgelüste aufkommen.
Wie geht man jedoch mit jemandem um, der keinerlei Unrechtsempfinden in Bezug auf seine Sexualität hat? Wie sollte man argumentieren, wenn ein Erwachsener mit einem Kind Sex hat und dieser der festen Überzeugung ist, dass alles aus Liebe geschieht?
Wie so oft heißt auch hier die bittere Antwort: Man selber kann meistens gar nichts machen. Wo es kein Unrechtsbewusstsein gibt wird man auch nie die Notwendigkeit einer Selbstreflektion finden. Präventive Vorgehensweisen im Zusammenhang des Einwirkens auf einen pädophilen Menschen bleiben zumeist ebenfalls ohne Ergebnis.
Wir leben in einem Rechtsstaat und bestraft wird die Tat und nicht der Gedanke. Pädophilie ist nicht verboten, geahndet wird die Ausübung. Eine Bestrafung ist in diesem Zusammenhang jedoch
auch immer die Chance zur Selbsterkenntnis. Wer wegen §§ 176 und 176a verurteilt wird, wurde nicht ungerecht behandelt, weil man ihn für seine Liebe bestrafte, sondern weil er Schuld auf sich geladen hat und ein großes Unrecht beging.
Ein Täter kann jedoch nur bestraft werden und daraus resultierend die Chance zur Selbsterkenntnis erhalten, wenn es auch etwas zu bestrafen gibt. Oft genug schweigen die Opfer aus Scham und falsch verstandenem Mitleid zum Täter. Nicht selten hat ein Opfer eine starke emotionale Bindung zum Täter aufgebaut. Auch wenn der sexuelle Akt als unangenehm empfunden wird, so gehört er nun mal zu einer vertrauensvollen und engen Freundschaft dazu und wird deshalb auch ertragen. So wird es dem Kind allzu oft vom Täter immer und immer wieder vermittelt. "Wenn Du unser kleines Geheimnis erzählst, dann können wir uns niemals wieder sehen. Du wirst in ein Heim gesteckt und ganz alleine sein. Niemand versteht unsere Liebe, die ja etwas ganz besonderes ist und aus diesem Grund muss sie auch geheim bleiben." So oder ähnlich wird gegenüber dem Kind argumentiert.
Wann immer auch nur der Verdacht besteht, dass ein Erwachsener
mit einem Kind den sexuell motivierten Austausch pflegt, muss sofort gehandelt werden. Geh zur Polizei und schildere deinen Verdacht. Niemand braucht Angst vor möglichen Repressalien zu haben. Die Kriminalpolizei hat speziell ausgebildete Fachkräfte, welche deinen Verdacht beurteilen und bearbeiten können.
Wenn sich Dir ein Erwachsener auf sexueller Ebene nähert, auch wenn er dich nur an Stellen deines Körpers berührt und Dir dies komisch vorkommt, dann sprich sofort mit deinen Eltern darüber. Egal was auch immer passiert ist, Du brauchst keine Angst zu haben. Niemand wird dich in ein Heim stecken und Du wirst nicht alleine sein.
Der GayUnion e.V. bietet ein anonymes Beratungssystem an. Wenn es soweit ist, kommt es darauf an, dass sofort gehandelt wird. Wir helfen gerne und kennen die entsprechenden Stellen. Wir beraten, begleiten und vermitteln.
Jedem Menschen mit pädophilen Gedanken sei gesagt: Sie zerstören eine junge Seele und prägen einen Menschen für sein Leben. Sie empfinden Ihre Liebe als aufrichtig und ehrlich und dennoch fügen Sie unendliches Leid zu. Wenn Sie Kinder wirklich lieben dann lassen Sie sich helfen. Gerne vermitteln wir Sie anonym an eine entsprechend fachlich geeignete Stelle. Haben Sie keine Angst, Ihre Empfindungen alleine sind nicht strafbar. Auch sind Sie selber nicht Schuld daran, dass Sie so fühlen. Die eigene Sexualität kann man sich nicht aussuchen. Schützen Sie sich selber und lassen Sie sich helfen, es ist niemals zu spät.
Video "Kein Täter werden": http://www.youtube.com/watch?v=VtE0L3UUaKI


Kommentare (1)
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Dieses Thema ist brisant und bisher viel zu wenig in der Öffentlichkeit aktualisiert und benannt worden.
Dein Artikel von dir, lieber Benedikt, ist objektiv und hilfreich zugleich...Als Vorbeugung und Hilfe für den Pädophilen....Beide sollte man sich selbst überlassen, sondern ihnen helfen!!! manFredo