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Transsexualität und Transidentität


Es gibt wohl nicht viele Themen, die so umstritten und kontrovers diskutiert werden, wie die Transsexualität. Transsexuelle werden oft einfach nur belächelt und eigentlich gar nicht wirklich ernst genommen.

 

Dabei ist es ein ebenso realistischer Lebensstil wie die Homosexualität. Eigentlich spricht man ja auch im wissenschaftlichen Sinne nicht von Transsexualität sondern von einer Transidentität.

Denn der Unterschied ist, dass es bei der Transidentität nicht darum geht zu welchem Geschlecht man sich sexuell hingezogen fühlt, sondern das man sich mit dem gegenteiligen Geschlecht identifiziert. Man fühlt sich im falschen Körper.

Nicht zu verwechseln mit Travestie. Dort  „verkleidet“ man sich als das gegenteilige Geschlecht (Dragqueen oder Dragking) entweder zur Unterhaltung als Show oder aufgrund eines Fetisches. Dies hat allerdings nichts mit der Transidentität oder Transsexualität zu tun.

Bis dato gilt Transsexualität noch als eine Krankheit, eine psychische Störung wird medizinisch ja so klassifiziert.  Doch dann wäre Homosexualität ja auch eine Krankheit, denn auch die weicht ja von der „Norm“ ab.  Welche Ursachen die Transidentität hat, ist nicht geklärt, angenommen wird aber, dass sich diese bereits im Kleinkindalter entwickelt.  Ansonsten gibt es weiter nur Spekulationen und keine Belege.

Sicher ist aber, dass eine Transsexualität nicht gleichbedeutend auch eine Homosexualität voraussetzt. Viele Transsexuelle leben mit ihren Ehefrauen oder Ehemännern zusammen, mit denen sie jahrelang eine reguläre gewöhnliche Ehe führten, oft auch mit Kindern. Auch ist es nicht unüblich, dass Transsexuelle, die früher einmal Männer waren, sich zu Frauen sexuell hingezogen fühlen.

Ihren Szenestamm habe sie dann aber in der Schwulenszene,  weil es keine realen Foren für Transsexuelle außerhalb des Internets gibt oder zu geben scheint. In der Schwulenszene sind sie weitestgehend von gewalttätigen Übergriffen gefeit, da sich die schwule Szene insgesamt aufgrund ihrer „Randgruppen“-Erfahrung tolerant verhält. Trotzdem sind sie nicht in diese Szene integriert, denn in den Köpfen der Menschen sind sie anders, seltsam oder man ekelt sich unverständlicherweise sogar.

Nicht nur in der Schwulenszene werden Trannies (Wie sie genannt werden) leider nicht immer toleriert, obwohl gerade die Schwulen und Lesben Erfahrungen damit haben sollten, wie es ist, am Rande der gesellschaftlichen Akzeptanz zu leben.  Deutschlands berühmteste Transsexuelle ist Lorielle London, ehemals Lorenzo Woodard. Bekannt wurde sie durch das Casting im Fernsehformat DSDS auf RTL.  Lorielle lebt bereits seit einigen Jahren als Frau; nimmt seit Anfang 2007 weibliche Hormone.

In Deutschland ist die Möglichkeit, sich in das andere Geschlecht zu wandeln, im Grundgesetz durch die freie Identitätswahl fest verankert, aber  man kann nicht einfach ins nächste Krankenhaus gehen und sich vom Mann zur Frau oder von der Frau zum Manne mache lassen. Hierzu ist eine psychologische Untersuchung Pflicht. Zum einen um eine „Phase“ auszuschließen und als zweites um den Patienten während seiner Umwandlung zu begleiten. Leicht ist es nicht. Dennoch werden keinerlei Kosten von den Krankenkassen getragen.

Die Umwandlung erfolgt in Deutschland in zwei Stufen. Wichtig ist das ein männlicher Patient mehrere Jahre als Frau leben muss, kann er dies und ein psychologisches Gutachten nachweisen darf er seinen Vornamen ändern, allerdings gilt er im gesetzlichen Sinne als Mann. Erst nach einer Totaloperation und einer Hormontherapie wird auch das Geschlecht in den Staatsakten geändert. Dies ist ein sehr aufwändiger Prozess und zieht ebenfalls hohe Kosten nach sich. Dies ist dann die Stufe Zwei.

Jeder hat das Recht auf freie  Entfaltung und sollte so leben können wie es sich wünscht. Eingeschränkt ist dies nur, wenn man anderen Menschen ihr Recht auf Entfaltung durch seine Lebensweise einschränkt oder behindert. Dies ist im Falle der Transidentität nicht der Fall, dennoch wird es gesellschaftlich nicht anerkannt.  Es muss noch viel getan werden, alles was wir geben können ist ein klein wenig mehr Toleranz in einer Welt in der wir selbst  Toleranz fordern.



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Artikel erstellt am 06.10.2009 von Martin


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