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» Vorsicht in Foren, Chats und Communitys

Persönliche Daten sind ein großes Risiko


Die offensichtlichsten Risiken bei Kontaktanzeigen, Chats und sonstigen Kontakten über das Internet sind eigentlich sehr einfach zu umgehen: Bleib Anonym! Viele Jungs beherzigen dies jedoch nicht so wirklich und geben oft unnötigerweise und oftmals auch unbewusst viel zu viele Informationen von sich preis.

Hier mal eine typische (erfundene) Kontaktanzeige, wie sie Euch mit Sicherheit schon mehrfach im Web begegnet ist:


“Hi, mein Name ist Christian, ich bin 14 Jahre alt, ungeoutet und will es auch bleiben. Ich suche nen netten Typen in meinem Alter aus meiner Region (komme aus Mettmann). Freue mich auf Deine Mail. Email: christian.dahlke@dahlke-online.de“



Auf den ersten Blick eine ganz normale und harmlose Kontaktanzeige, oder ?



Doch was verrät diese Anzeige jemandem, der vielleicht nichts gutes im Schilde führt ?!

Der Junge ist 14 Jahre, ist offenbar schwul und traut sich noch nicht, anderen Menschen zu sagen, dass er schwul ist
  • Sein Name ist Christian Dahlke – den Nachnamen verrät die Emailadresse.
  • Er stammt aus Mettmann – ein Blick in die Online-Telefonauskunft verrät evtl. die Adresse und Telefonnummer.
  • Wenn die Telefonauskunft nicht hilft, so hilft ein Blick auf die Homepage von Christian oder die Seite der Familie. Denn offenbar nutzt Christian eine Emaildresse die seiner Familie gehört (@dahlke-online.de)
  • Auch wenn auf der Homepage keine Adressdaten zu finden sind, so hilft ein kurzes nachschauen bei der Denic – das ist die Meldestelle für deutsche Internet-Domains – und schon habe ich alle Daten, also Namen, Adresse usw. über den Homepagebesitzer – also über Christian oder seine Familie.


All diese Dinge sind aus einer solchen kleinen und scheinbar harmlosen Kontaktanzeige in

Umfrage

Sind Dates gefährlich?
Erfahrung zu bringen. Wenn irgendwer nun etwas schlechtes im Schilde führen würde, so könnte er Christian mit seinem Wissen unter Druck setzen und ihm zum Beispiel dazu drängen oder erpressen, sich mit ihm zu treffen oder ähnliches - immer verbunden mit der Drohung, dass er sonst den Eltern bescheid sagen würde was mit Christian los ist. Natürlich würde der Erpresser seine Drohung wohl kaum wahr machen, da er sich ja dann selber belasten würde. Dennoch gibt es mit Sicherheit eine Menge Jungs, die aus Angst davor, dass er etwas über ihr Schwulsein verraten könnte zu Dingen bereit wären, die sie eigentlich überhaupt nicht wollen. Sollte Dir so etwas passieren, dann wende Dich an jemanden dem Du vertraust, oder auch anonym an eine Internet-Stelle die Dir da weiterhelfen und Tipps geben kann (z.B. an uns oder z.B. auch an www.Kidshotline.de).

Was also tun ? Vorsichtsmaßnahmen...


Es gibt einige einfache Verhaltensmaßregeln, die recht zuverlässig helfen, solche Situationen und Probleme zu verhindern:

 

  • Kein Mensch muss Deinen Nachnamen wissen um mit Dir in Kontakt treten zu können - halte Dich hier immer sehr bedeckt und verwende ihn auch nicht in Emailadressen, Messenger-Namen, Benutzernamen etc.
  • Nutze keine Emailadressen die zu irgendwelchen Webseiten gehören, die Dir, Freunden oder Angehörigen gehören. Denn über die Registrierungsstellen bekommt man fast immer Deine Adresse und Deinen Namen heraus.
  • Beantrage Dir stattdessen bei einem der zahlreichen Anbieter eine kostenlose und anonyme Emailadresse, also z.B. bei web.de, gmx.de oder inetmx.de.
  • Verwende für Deine Emailadresse immer nichts-sagende Namen, also z.B. "chris14nrw@web.de" oder ähnliches – verwende niemals Deinen Nachnamen oder Deine Telefonnummer.
  • Gib nicht vorschnell Deine Telefonnummer raus, lerne Menschen erstmal per Email kennen bevor Du ihnen so sehr vertraust. Bedenke auch, dass fast alle Telefonanschlüsse und Handys heutzutage Deine Telefonnummer mit übertragen - also Vorsicht, oder besser von einer Telefonzelle aus irgendwo anrufen!
  • Bedenke das es das Mittel der Reverssuche (also Rückwärts-Suche) gibt: Damit kann man anhand Deiner Telefonnummer Deine Adresse herausfinden, sofern diese in das Telefonbuch eingetragen ist.
  • Wenn Du eine Telefonnummer heraus gibst, dann niemals Eure / Deine Festnetznummer, sondern immer eine Handynummer – möglichst von einem Prepaid-Handy. Wenn Dich hier nämlich wirklich mal jemand belästigt und Telefonterror macht, dann kannst Du das Handy problemlos abstellen oder Dir eine neue Handynummer besorgen.


Denk auch immer daran, dass sich im Internet jeder verstellen kann. Jeder kann einen auf nett und freundlich machen, jeder kann sich jünger oder älter machen und Du hast kaum Möglichkeiten dies zu überprüfen. Wenn Du dies immer im Hinterkopf behältst und neuen Kontakten immer etwas vorsichtig begegnest, kann Dir im Web fast nichts mehr passieren…



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Artikel erstellt am 30.12.2007 von Benedikt


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