
» CSD Berlin 2009 - GayUnion e.V. mittendrin!
Stück für Stück ins Homo-Glück – Alle Rechte für Alle
Bunt, schrill, laut und friedlich war er, der CSD 2009 in Berlin. Und mittendrin der kleine Kreis der Berliner GayUnionler. Von Marcel (TearsAngel)
organisiert machten wir (drei Frauen und vier Männer) uns am Samstagmorgen vom Bahnhof Zoo aus auf den Weg zur Aufstellfläche auf dem Kufürstendamm im Berliner Westen. Angekommen gingen wir zusammen, das Gayhelp-Banner fest im Griff, einmal an allen Wagen vorbei und entschieden uns schließlich, ziemlich weit vorn mitzulaufen. Sozusagen als politisch neutraler Puffer zwischen Schwusos und Linken.
Es war nun aber so, dass man sich als Fußgruppe beliebig zwischen den Wagen einordnen konnte, so dass wir mangels Aufbauarbeiten fast zwei Stunden herumsaßen und uns genug Zeit blieb, das bunte Gewusel aus nächster Nähe anzusehen und uns alle untereinander besser kennenzulernen.
Wir erblickten witzige, schrille und auch völlig abgedrehte Kostüme. Die Berliner ließen ihrer Kreativität freien Lauf. Vom Alien über den Fetish- Onkel bis zum Rentner im brasilianischen Karnevalskostüm war so ziemlich alles vertreten. Wir fielen vor allem durch unsere CSD-Shirts auf, die wir mit regenbogenfarbenen Stickern (noch mehr) verschönerten.
Start der Parade war dann letzlich um 12:30 Uhr. Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, selbst bekennender Schwuler, eröffnete die Parade und
war auch später noch zu sehen. Ich versuchte jedoch vergeblich, ihm einen unserer Flyer zukommen zu lassen.
Mit donnernden Bässen und Partymusik vom Feinsten zog die Karavane durch Berlins Straßen. Rund 50 Wagen und 7 Fußgruppen bahnten sich den 6,5 Kilometer langen Weg vom Ku’damm zur Siegessäule, um für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transgendern in unserem Land zu demonstrieren. Gefordert wurde von den DemonstrantInnen unter anderem eine Reform des Artikel 3 im Grundgesetz, welcher um die Erwähnung der sexuellen Indentität ergänzt werden soll, die Rehabilitation der verfolgten Homosexuellen im Nachkriegsdeutschland und eine Reform des Personenstands- und Vornamensrecht.
Es war für mich persönlich der erste Christopher Street Day, doch hat sich das Mitlaufen mehr als gelohnt. Es war eine riesige Party, alle waren gut gelaunt und haben gemeinsam für Ihre Rechte gekämpft.
In diesem Sinne freuen wir uns alle auf den CSD in Köln und hoffen, dass auch ihr zahlreich dabei seid.
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Artikel erstellt am 01.07.2009 von Martin
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