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GayUnion e.V. - Leben - Coming-Out-Stories
Startseite » Leben » Coming-Out-Stories » Es brauchte alles seine Zeit - aber heute kommen alle damit klar

» Es brauchte alles seine Zeit - aber heute kommen alle damit klar


Mmh… Jetzt sitze ich hier vor dieser leeren Seite und soll sie mit meiner Coming-Out Geschichte füllen… Wo fang ich da bloß an? Vielleicht erstmal mit meinen Personalien ;)Mein Name ist Kira, ich bin 19 Jahre alt, lesbisch und wohne in Hamm.

Das erste Mal, als ich feststellte, dass ich auf Frauen stehe, war nichts Besonderes für mich. Ich war mit 13 im Ferienlager und küsste ein Mädchen. Bums! Aus! Fertig mit der Geschichte!

Naja, so einfach war es dann doch nicht…erstmal packte ich das Thema ganz weit weg und wollte damit nichts mehr zu tun haben… aber kein halbes Jahr später hatte ich mich im Urlaub in ein Mädchen verknallt. Da gestand ich mir das erste Mal ein, dass sie für mich mehr war als nur eine Freundin. Da ich aber noch so jung war (14) und meine ganzen Freundinnen anfingen sich für Jungs zu interessieren, schwamm ich noch eine Zeit mit dem Strom. Bis es nicht mehr ging und ich mich selbst finden musste.

Ich schaute neugierig im Internet unter den Schlagwörtern „Lesbe“ und „Homosexualität“ nach und meldete mich dann auch bei einer lesbischen Community an. Nach großem Hin und Her beschloss ich mich doch recht schnell dazu es einer Freundin zu erzählen. Sie nahm es sehr gut auf und ich war sowas von erleichtert. Und fand den Mut es auch anderen Freundinnen zu erzählen. Das war ja alles noch nicht so schlimm. Ich hatte aber dennoch riesige Angst davor „es“ meinen Eltern zu erzählen.

Irgendwann hatte ich ein längeres Gespräch mit einer Bekannten von mir, die mich dazu motivierte es meinen Eltern zu sagen. Am gleichen Tag noch redete ich mit meiner Mutter darüber, dass ich lesbisch sei.

Sie war ziemlich geschockt… Von mir hat das ja niemand erwartet, weil ich ja nicht „so aussehe“ wie man sich nun mal eine Lesbe vorstellt. Meine Familie brauchte Zeit sich damit auseinanderzusetzen. Da ich die einzige Tochter unter 3 Kindern bin, war es sicher auch nicht einfach für sie. Heute kann ich aber sagen, dass sie es akzeptieren und mich unterstützen.
Artikel erstellt am 10.04.2008 von Benedikt

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