» Michelle fand heraus, dass sie bi ist
Alles hat sich für mich um 180 Grad gewendet
Hallöchen. Erstmal vielleicht ein paar Takte zu mir. Mein Name ist Michelle, ich werde aber von allen Lili genannt. Ich bin 17 Jahre alt, bisexuell, komme aus Würselen bei Aachen und bin jetzt seit ungefähr 4 Monaten geoutet.
Im Grunde genommen kann ich mich nicht beschweren, meine engsten Freunde haben es sofort akzeptiert. Ich würde nicht von mir behaupten, dass ich schon immer gespürt habe, dass ich anders fühle. Alles war für mich eben vollkommen normal - bis meine jetzige Freundin in mein Leben getreten ist. Vorher hatte ich auch schon mal bei einigen Mädchen das Gefühl, dass ich mich verliebt habe aber wirklich getraut etwas zu sagen habe ich mich nie.
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich sie dann kennengelernt und alles hat sich für mich um 180 Grad gewendet. Als ich meinen Freunden und Freundinnen davon erzählt habe, hat sich rein gar nichts verändert, ich war immer noch das Mädchen, das sie vorher so gemocht haben, nur eben mit einer Freundin, also kein Problem. Mit meinen Eltern und meiner nun wohl ehemals besten Freundin gab es dann Probleme. Meine beste Freundin war schon lange in mich verliebt, hat es mir dann aber erst vor kurzem gebeichtet, kurz nach meinem Coming-out und leider ist die Freundschaft daran zerbrochen, dass sie nicht damit umgehen konnte, dass ich sie nicht so liebe, wie sie mich.
Mit meinen Eltern war die Sache noch ein ganzes Stück komplizierter. Meine Freundin war eine Woche zu mir gekommen (sie wohnt ungefähr 300 km von mir entfernt) jedoch wussten meine Eltern da noch nichts von meiner Neigung. Vielleicht wäre es eleganter gewesen es ihnen vor dem ersten Treffen zu sagen, vielleicht war es auch so ganz gut, da ich dann keinen Weg mehr hatte, ihnen die Wahrheit zu verschweigen. Nachdem meine Freundin dann nach dem ersten Zusammentreffen mit meinen Eltern wieder gefahren war, haben sie
mich sofort abgefangen und gefragt was da zwischen uns wäre, mich dazu gedrängt zu reden. Wir müssen wohl trotz aller Absprachen recht auffällig und nah aneinander gehangen haben, aber was soll ich schon machen, wenn ich sie nur auf begrenzte Zeit bei mir habe?
Mittlerweile habe ich drei Gespräche mit ihnen geführt und sie sind immer noch der festen Überzeugung das Ganze sei nur eine Phase, dass ich von den Jungs in die ich vorher verliebt war bloß enttäuscht wurde. Dazu macht sich meine Mutter Sorgen, dass sich alle Männer von mir abwenden, wenn ich jetzt zu meiner Freundin stehe und dass ich somit, sollte es zwischen ihr und mir nicht funktionieren, quasi keinen Kerl mehr abbekomme.
In meinem sonstigen Umfeld komme ich sonst wunderbar damit an, da ich vor kurzem die Schule gewechselt habe musste ich mich an das Thema neu herantasten. Immer wenn die Mädchen in meinem Umfeld fragen, wie es mit einem Freund aussieht kann ich das Thema nur verneinen und sie zollen mir Respekt dafür, wie locker ich damit umgehe, auch wenn mir das selber nicht so auffällt.
Man darf sich eben von kleinen Rückschlägen nicht den Mut nehmen lassen! ;-)


Kommentare (0)
Kommentare (2)
Bitte hilf uns: Schalte deinen AdBlocker aus und kaufe für einen guten Zweck ein.