
» Mit dem Queer as Folk T-Shirt in die Schule
"Das glaub ich jetzt nicht!"
jetzt zwingt mich Michael auch noch dazu meine Coming-Out Geschichte aufzuschreiben… Ich bin Jasper, 17 Jahre jung aus Dortmund. Mein Outing war recht radikal und alles in allem kein Problem. Lange Zeit habe ich mir keine Gedanken über Sex gemacht, oder über Beziehungen. Aber irgendwann, als dann alle anfingen über „die Freundin“ zu reden, musste ich mich zwangsweise damit auseinandersetzen. Das war so mit 15, während andere mit 14 schon ihre Freundin hatten. Mir wurde mit der Zeit jedoch langsam bewusst, dass mich Jungs auch interessieren. Gut dache ich mit, biste eben bi. Dieses Gefühl verstärkte sich mit der Zeit und mit 16 war ich mir dann recht sicher: Ja, du bist schwul.
Dieses „innere Outing“ war eigentlich weder eine schwere Phase, noch stellte es für mich selbst ein Problem dar. Der Grund dafür ist einfach der, dass auch mein Bruder schwul ist ;-) So richtig Kontakt mit anderen Schwulen (da das Verhältnis zu meinem Bruder nie besonders gut war) hatte ich dann Anfang 2006. Um genau zu sein Karneval 2006. Ich
hatte wochenlang in einem großen Schwulenforum gelesen und gepostet und mich spontan dazu entschieden zu meiner ersten schwulen Party zu gehen. Der U27 in Köln. An diesem Wochenende habe ich viele nette Leute kennengelernt und war mir hundertprozentig sicher, dass Mädchen rein gar nichts für mich sind.
Kommen wir mal zum eigentlichen Outing.
Ich kam Sonntag um ca. 4 Uhr nach Hause. Nach einer kurzen Nacht meinte meine Mutter mich viel zu früh zu wecken. Ich ging zum Frühstück und natürlich war sie ganz erpicht darauf zu erfahren wo ich dann genau gewesen bin. Nach einigen Nachfragen von ihr welche Leute das denn gewesen seien mit denen ich weg war und woher ich die denn kenne habe ich einfach gesagt: „Ich bin schwul und gestern war ich auf einer Schwulenparty.“, weil mich diese Nachfragerei einfach nur noch genervt hat.
Stille. Das Gesicht versteinert. Ein einziges: Das glaub ich jetzt nicht“ verließ ihren Mund. Dann meinte sie mich fragen zu müssen woher ich das denn wisse und ob ich mir da sicher sei.
Das Ende vom Lied war dann, dass sie meinen Bruder anrief (nach dem Motto „Der Jasper flippt völlig aus“) und er mit mir sprechen sollte. Das Gespräch war kurz. Er sagte nur: „Muss sie denn da jetzt so einen Aufstand drum machen? :-P“
Seit dem gehe ich mit meinem schwul sein sehr locker um. In meiner Schule habe ich mich beispielsweise daduirch geoutet, dass ich einfach mit einem „Queer as Folk“ T-Shirt hingegangen bin. Hätte niemals gedacht, dass so viele „Normalos“ das kennen…
Alles in allem habe ich aber nur positive Reaktionen bekommen. Ich bin auf jeden Fall froh mich geoutet zu haben und lebe jetzt glücklich und zufrieden offen schwul. In diesem Sinne: Machts gut!
Fotos: GayUnion.de
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Gesamtpacket Outing + Bilder sehr schön beschrieben ;-)
Artikel erstellt am 30.12.2007 von Jasper
Video rechts oben!




