» Timo (17) ist schwul und selbstbewusst
Das schwule Jugendzentrum gab mir die Kraft
Ich bin schwul. Ja, ich sage es jetzt selbstbewusst. Das konnte ich aber nicht immer. Schon in der Grundschule wurde ich als Schwuchtel oder Homo bezeichnet, dabei wusste ich nicht einmal was dies bedeutet. Ich bin mir auch sicher, dass die anderen es damals nicht so meinten, aber es ist in meinem Gedächtnis eingebrannt.
Später, als ich es mir bewusster wurde, haben auch meine Freunde mich damit aufgezogen. Ich war schon immer etwas weicher und sensibler als andere Jungs, da war der Gedanke, dass ich schwul bin, wohl der Naheliegenste. Ich ging auf eine Hauptschule mit einem hohen Migrationsanteil. Meine Mitschüler wurden so erzogen schwulenfeindlich zu sein, ich mache ihnen deswegen keinen Vorwurf. Sie wussten es nicht besser.
Gerade weil meine Schule so einen hohen Migrationsanteil hatte, wurde um Stress und Empörung zu vermeiden, das Thema Homosexualität wenig bis überhaupt nicht behandelt. Das fand ich schade, es hätte mir geholfen, wenn ich gewusst hätte, was mit mir passiert. Und ich bin sicher auf meiner Schule gab es noch sehr viele schwule und lesbische Mitschüler. Auch bei den Ausländischen. Die haben es dann noch extra schwer. Da sollte man doch thematisch mehr auf das Thema eingehen, finde ich.
Ich habe ich damals meiner besten Freundin anvertraut, ich musste mit jemandem darüber reden. Ich vertraute ihr, aber leider kam es dann trotzdem irgendwie raus. Von da an hatte ich keine ruhige Minute mehr. Die Schule war nur noch der Horror, das bekamen auch die Lehrer mit und in persönlichen Gesprächen machten sie mir Mut. Sie waren sich bewusst, dass es auf dieser Schule besonders schwer sei. Ich habe es aber durchgehalten und es hat mich stärker gemacht.
Das Jugendzentrum in meinem Ort hat mir auch sehr bei meinem Coming-Out geholfen. Dort lernte ich Gleichgesinnte kennen. Erstmals konnte ich mit jemandem reden, der wusste, wie ich empfand. Ich fühlte mich dort wohl, akzeptiert und willkommen. Vereine und Jugendzentren können einem jungen Schwulen und einer jungen Lesbe sehr helfen. Man bekommt Unterstützung und Beratung.
Liebe Leute, mein Coming-Out war nicht das Perfekteste. Ich habe es einfach getan, für mich. Für niemand anderen. Es war die richtige Entscheidung, ich bereue es nicht.
Später, als ich es mir bewusster wurde, haben auch meine Freunde mich damit aufgezogen. Ich war schon immer etwas weicher und sensibler als andere Jungs, da war der Gedanke, dass ich schwul bin, wohl der Naheliegenste. Ich ging auf eine Hauptschule mit einem hohen Migrationsanteil. Meine Mitschüler wurden so erzogen schwulenfeindlich zu sein, ich mache ihnen deswegen keinen Vorwurf. Sie wussten es nicht besser. Gerade weil meine Schule so einen hohen Migrationsanteil hatte, wurde um Stress und Empörung zu vermeiden, das Thema Homosexualität wenig bis überhaupt nicht behandelt. Das fand ich schade, es hätte mir geholfen, wenn ich gewusst hätte, was mit mir passiert. Und ich bin sicher auf meiner Schule gab es noch sehr viele schwule und lesbische Mitschüler. Auch bei den Ausländischen. Die haben es dann noch extra schwer. Da sollte man doch thematisch mehr auf das Thema eingehen, finde ich.
Ich habe ich damals meiner besten Freundin anvertraut, ich musste mit jemandem darüber reden. Ich vertraute ihr, aber leider kam es dann trotzdem irgendwie raus. Von da an hatte ich keine ruhige Minute mehr. Die Schule war nur noch der Horror, das bekamen auch die Lehrer mit und in persönlichen Gesprächen machten sie mir Mut. Sie waren sich bewusst, dass es auf dieser Schule besonders schwer sei. Ich habe es aber durchgehalten und es hat mich stärker gemacht.Das Jugendzentrum in meinem Ort hat mir auch sehr bei meinem Coming-Out geholfen. Dort lernte ich Gleichgesinnte kennen. Erstmals konnte ich mit jemandem reden, der wusste, wie ich empfand. Ich fühlte mich dort wohl, akzeptiert und willkommen. Vereine und Jugendzentren können einem jungen Schwulen und einer jungen Lesbe sehr helfen. Man bekommt Unterstützung und Beratung.
Liebe Leute, mein Coming-Out war nicht das Perfekteste. Ich habe es einfach getan, für mich. Für niemand anderen. Es war die richtige Entscheidung, ich bereue es nicht.
Artikel erstellt am 11.05.2010 von Martin


Kommentare (18)
Kommentare (0)
Ohh ich könnte das nicht D:.
Aber wenn du sagst, dass es dich stärker gemacht hat, ist doch alles gut :).
Hmm aber in der Grundschule hat man schon sowas gesagt o.o *seltsam* ? Bei uns war das mal ganz anders, da war sowas gar kein Thema.
Alles in allem ist es sowieso das Beste, dass du deine Entscheidung nicht bereust ;).
lg
Ich finde es toll, dass du so selbsbewusst, damit umgehst - das schaffen nicht viele
Ich finde es echt Cooll von dir das du deinen damaligen mitschülern vergeben hast bei den ganzen was du durch sie durch machen mustes, ich weiss nicht ob ich diese ganze angelegenheit so gut wie du überstanden hättte. Bei so viel mutt und Kraft zu sich zu stehen finde ich echt bemerkenswert.
Ich habs mir jetzt zum zweitenmal Durchgelesen und meine Meinung hat sich nicht Geändert.Ich möchte dich aber noch ganz Lieb Grüßen und dir alles Liebe Wünschen.
Irgendwie finde ich mich in deinem Artikel wieder weil es in meiner Schulzeit fast genauso Abgelaufen ist.
Eine tolle und auch gleichzeitig eine traurige Geschichte !!!
Ich kann nut hoffen, dass du bald wieder den Draht zu deiner Mum findest. Drücke zumindest die Daumen ;)
Danke für deine Geschichte ;)
Lg Franky
P.S.: Siehst sehr nehr nett aus, mit wunderschönen Augen ;)
Grüß dich Tim, du hast den einzig richtigen Weg gewählt, in dem du dich nicht verleugnet hast. Du schreibst es ja selbst, dass du dadurch selbstbewusster und stärker geworden bist. Gratuliere dir und wünsche dir weiterhin alles Gute!
LG aus Berlin, Martin
na ja man braucht einfach nur die richtigen freunde, die damit umgehen koennen, sofern man die erstmal hat ist das alles super einfach
Warum sollte ich das bereuen ich bin so wie ich bin und das muss so sein und wenn einer ein problem hat soll er es mir sagen oder es sein lassen aber dann hat der jenige pech
Danke für deine nachträgliche Erzählung wie deine Familie reagiert hat :-) es ist eher außergewöhnlich, dass die Mutter schlecht reagiert und der Vater eher gut. Häufig ist es umgekehrt. Ich finde es jedenfalls gut, dass du deine Entscheidung nicht bereust :-) man fühlt sich meiner Meinung nach viel freier nach einem Coming-Out...
ohja das stimmt
ah doch denke schon nix geht über die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern.
Ja aber ich find zu meiner Zeit wurde halt ned darüber gesprochen, aber heut begegnen sie einem ja schon mit hass
Viele kids von heute sind richtig schlimm so wir zur deiner zeit ..... sind viele immer noch .... und ich hoffe sie fäng sich ....
Wenn ich mir so die coming out storis durchlese,
ich mein kommt es mir nur so vor oder wird die jugend jetzt wieder Homophober?
in meiner Jugend also 95/96 war Homosexualität eher ein Tabuthema über das man nicht sprach.
Die kids die Heute aufwachsen sind da echt nicht zu beneiden.
@Timo ich glaub deine Mom wird sich fangen.
für dich alles Gute.
Meine Mutter hat es nicht gut aufgenommen ... sie wollte mich rauswerfen. Mein Dad und mein Bruder hatten gesagt wenn du das bist bist du das .....
Du hast dich durchs Jugendzentrum durchgerungen dich zu outen, ich durch den GayUnion e.V. !
Ich gebe dir vollkommen Recht...Jugendzentren und Vereine können jungen schwulen oder lesben helfen =)
Darum sollten solche Plattformen wie GayUnion.de auch immer stand halten !!!
Nicht jeder kann ein goldenes Coming Out haben, aber was einen schwer zu schaffen macht, das kann auch stärken.
Ja, das kenne ich, dass man in jungen Jahren als schwul beschimpft wird wobei man selbst mit dem Begriff irgendwie noch nichts anfangen kann ;-) Schade, dass du nichts zu deinen Eltern geschrieben hast - wie haben die denn reagiert?