» Coming-Out-Stories
» Coming-Out einsenden
» SOS-Beratung
» HIV & Aids
» Gruppen-Blog
» Gruppensuche
» Community-Guide
» Jugendrat
» Engagieren
» Jetzt spenden
» Community-Partner
» Patenschaften
» Basics
» Newsblog
» Presselounge
» Bundestreffen
» GayUnion e.V.
» Surftipps
» Kontakt
10.02.2012 21:32
Hilfe
Letzten Beitrag anzeigen
10.02.2012 21:15
Verzweifelt
Letzten Beitrag anzeigen
10.02.2012 21:07
Schwul als Notlösung?
Letzten Beitrag anzeigen
10.02.2012 13:40
Kino - Tipps
Letzten Beitrag anzeigen
08.02.2012 16:32
Seid ihr hilfsbereiter????
Letzten Beitrag anzeigen
Username oder E-Mail:

Passwort:

» Noch keinen Account?
» Passwort vergessen?
Die Seite wird geladen...
Load...

JavaScript und Cookies aktiviert?
GayUnion e.V. - Leben - Coming-Out-Stories
Startseite » Leben » Coming-Out-Stories » Veith (16) ist schwul und steht dazu

» Veith (16) ist schwul und steht dazu

Meine Mutter ahnte es schon


Ich bin Veith, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Duisburg. Das Coming Out ist bei mir noch im vollen Gange. Bisher hatte ich sehr viel Angst davor und jedes Coming Out ist eine neue Herausforderung. Dennoch habe ich bisher keine schlimmen Erfahrungen gemacht.

Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Dinslaken, lebte dort zusammen mit meiner Mutter. Meinen Vater kenne ich nicht, habe ihn zuletzt als kleines Kind gesehen. Wir hatten es nicht immer leicht, aber zu meiner Mutter habe ich immer ein gutes Verhältnis gehabt.

Dort in meiner alten Schule habe ich mit etwa 12 bemerkt dass ich schwul wäre. Ich war verwirrt, konnte aber damit nichts anfangen. Ich war schon mit den Veränderungen an meinem Körper vollkommen ausgelastet und dachte es wäre normal, also eine Phase. Doch die Gedanken gingen nicht fort, nein sie intensivierten sich. Mädchen interessierten mich nicht die Bohne. Aber die Jungs schon. Ich stellte mir vor wie es wohl sein mag, einen Jungen zu küssen. Es muss aufregend sein.
Einen Freund hatte ich dort aber nie, ich habe niemandem davon erzählt, ich schämte mich auch ein wenig für mich. Ich wollte auch kein Außenseiter sein und habe einfach geschwiegen. Wer weiß was passiert wäre, wenn ich es doch getan hätte.

Dann vor ein paar Jahren hatte meine Mutter ein Jobangebot in Duisburg, auch einen Mann hatte sie schon ein Jahr davor kennengelernt und so zogen wir dorthin.  Hier kam ich in eine neue Schule und somit auch in eine neue Klasse. Da saß er, seine Augen, sein Blick, wow. Mein Traummann. Ich habe mich schnell mit ihm angefreundet, wir verstanden uns super. Aber er war hetero. Ich habe ihm das nie erzählt und werde es auch nie denn seine Freundschaft ist mir sehr wichtig.

Vor ein paar Monaten fragte mich ein Klassenkamerad ob ich grad ne Freundin hätte. Ich sagte nein. Als er fragte ob ich grad ein Auge auf ein Mädchen geworfen hätte sagte ich wieder nein. Er fand das lustig und als er scherzhaft sagte „Dann bist du wohl schwul“ antwortete ich unbewusst mit Ja. Ich schluckte, habe ich das wirklich gesagt? Sein Gesicht sah genau so überrascht aus wie meins. Daraufhin war ich schon nach wenigen Stunden in der gesamten Schule geoutet. Die Mädchen finden das süß, die Jungs machen zwar ihre Witze aber Probleme haben sie mir keine gemacht, mittlerweile ist es nicht einmal mehr Gesprächsthema.

Aber ich war mir dank ihm jetzt sicher schwul zu sein und es machte mich neugierig, ich wollte alles wissen, was mit mir passiert und wie ich damit leben soll. Ich habe im Internet schnell gefunden wonach ich suchte. GayUnion. Sie Seite bot mir alles was ich wissen wollte. Ich habe dort nette Leute kennenglernt und viele tolle Dinge mit denen erlebt. Aber ich wollte noch einen letzten Schritt tun. Das Coming Out bei meiner Mutter.

Ich stand mit ihr beim Abwasch. „Wieso bringst du eigentlich nie eine Freundin mit?“ Ich merkte schon, das Thema wird unangenehm. „Ich habe keine“ antwortete ich. „oder einen Freund?“ bohrte sie nach. Ich erschrak innerlich und flüchtete indem ich schnell das Thema wechselte. Ich merkte aber dass sie bedrückt war. Ich habe ihr immer alles erzählt und ich denke sie merkte das ich was verschwieg. Das ging tagelang so.

Bei GayUnion rieten andere Mitglieder und User mir mich ihr zu öffnen, da sie wohl sowieso schon ahnt was los ist. Persönlich traute ich mich das nicht, also schrieb ich einen Brief. Ich schrieb und schrieb und schien kein Ende zu finden. Ich wollte alles loswerden, meine Gefühle, meine Sorgen und meine Ängste. Am Ende waren es 6 Seiten. Ich legte ihn auf den Küchentisch und ging zu einem Freund. Ich hatte bei ihm die ganze Zeit über ein mulmiges Gefühl und ich habe mich richtig erschrocken als  mein Handy klingelte und auf dem Display Mama stand. Mit zittriger Stimme ging ich ran. „Es ist alles in Ordnung mein Schatz, ich koche dir gleich was schönes und dann reden wir“ sagte sie. Ich war so erleichtert. Abends haben wir noch stundenlang gequatscht, nicht nur übers Schwulsein, nein über alles Mögliche. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist seitdem noch intensiver geworden. Mein Coming Out hat mich wirklich sehr befreit. Von einer Last die ich mir anfangs selbst einredete, aus Angst vor Ablehnung. Heute bin ich selbstbewusster und stehe zu dem was ich bin, was geht das einen anderen an wen ich liebe. Das ist ganz allein mein Leben.

Ich kann anderen nur Mut zusprechen und ihnen sagen dass ein Coming out das Leben sehr verändert. Auch bin ich mir bewusst dass es nicht für jeden so einfach ist, aber alles wird in Gemeinschaft gut. Ich habe Dank GayUnion vieles erlebt was ich nicht mehr missen möchte. Meine erste schwule Party, meinen ersten Kuss und viele Freunde die alle genau das gleiche durchmachten wie ich. Alleine hätte ich mich das nicht getraut.
Artikel erstellt am 04.06.2010 von Martin

Kommentare auf GayUnion.de Kommentare auf Facebook


Jetzt bei dress-for-less bis 70% sparen!


GayMotion - Deine schwul lesbische Video Plattform im Netz