» Veith (16) ist schwul und steht dazu
Meine Mutter ahnte es schon
Ich bin Veith, ich bin 16 Jahre alt und komme aus Duisburg. Das Coming Out ist bei mir noch im vollen Gange. Bisher hatte ich sehr viel Angst davor und jedes Coming Out ist eine neue Herausforderung. Dennoch habe ich bisher keine schlimmen Erfahrungen gemacht.
Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Dinslaken, lebte dort zusammen mit meiner Mutter. Meinen Vater kenne ich nicht, habe ihn zuletzt als kleines Kind gesehen. Wir hatten es nicht immer leicht, aber zu meiner Mutter habe ich immer ein gutes Verhältnis gehabt.
Dort in meiner alten Schule habe ich mit etwa 12 bemerkt dass ich schwul wäre. Ich war verwirrt, konnte aber damit nichts anfangen. Ich war schon mit den Veränderungen an meinem Körper vollkommen ausgelastet und dachte
es wäre normal, also eine Phase. Doch die Gedanken gingen nicht fort, nein sie intensivierten sich. Mädchen interessierten mich nicht die Bohne. Aber die Jungs schon. Ich stellte mir vor wie es wohl sein mag, einen Jungen zu küssen. Es muss aufregend sein.
Einen Freund hatte ich dort aber nie, ich habe niemandem davon erzählt, ich schämte mich auch ein wenig für mich. Ich wollte auch kein Außenseiter sein und habe einfach geschwiegen. Wer weiß was passiert wäre, wenn ich es doch getan hätte.
Dann vor ein paar Jahren hatte meine Mutter ein Jobangebot in Duisburg, auch einen Mann hatte sie schon ein Jahr davor kennengelernt und so zogen wir dorthin. Hier kam ich in eine neue Schule und somit auch in eine neue Klasse. Da saß er, seine Augen, sein Blick, wow. Mein Traummann. Ich habe mich schnell mit ihm angefreundet, wir verstanden uns super. Aber er war hetero. Ich habe ihm das nie erzählt und werde es auch nie denn seine Freundschaft ist mir sehr wichtig.
Vor ein paar Monaten fragte mich ein Klassenkamerad ob ich grad ne Freundin hätte. Ich sagte nein. Als er fragte ob ich grad ein Auge auf ein Mädchen geworfen hätte sagte ich wieder nein. Er fand das lustig und als er scherzhaft sagte „Dann bist du wohl schwul“ antwortete ich unbewusst mit Ja. Ich schluckte, habe ich das wirklich gesagt? Sein Gesicht sah genau so überrascht aus wie meins. Daraufhin war ich schon nach wenigen Stunden in der gesamten Schule geoutet. Die Mädchen finden das süß, die Jungs machen zwar ihre Witze aber Probleme haben sie mir keine gemacht, mittlerweile ist es nicht einmal mehr Gesprächsthema.
Aber ich war mir dank ihm jetzt sicher schwul zu sein und es machte mich neugierig, ich wollte alles wissen, was mit mir passiert und wie ich damit leben soll. Ich habe im Internet schnell gefunden wonach ich suchte. GayUnion. Sie Seite bot mir alles was ich wissen wollte. Ich habe dort nette Leute kennenglernt und viele tolle Dinge mit denen erlebt. Aber ich wollte noch einen letzten Schritt tun. Das Coming Out bei meiner Mutter.
Ich stand mit ihr beim Abwasch. „Wieso bringst du eigentlich nie eine Freundin mit?“ Ich merkte schon, das Thema wird unangenehm. „Ich habe keine“ antwortete ich. „oder einen Freund?“ bohrte sie nach. Ich erschrak innerlich und flüchtete indem ich schnell das Thema wechselte. Ich merkte aber dass sie bedrückt war. Ich habe ihr immer alles erzählt und ich denke sie merkte das ich was verschwieg. Das ging tagelang so.
Bei GayUnion rieten andere Mitglieder und User mir mich ihr zu öffnen, da sie wohl sowieso schon ahnt was los ist. Persönlich traute ich mich das nicht, also schrieb ich einen Brief. Ich schrieb und schrieb und schien kein Ende zu finden. Ich wollte alles loswerden, meine Gefühle, meine Sorgen und meine Ängste. Am Ende waren es 6 Seiten. Ich legte ihn auf den K
üchentisch und ging zu einem Freund. Ich hatte bei ihm die ganze Zeit über ein mulmiges Gefühl und ich habe mich richtig erschrocken als mein Handy klingelte und auf dem Display Mama stand. Mit zittriger Stimme ging ich ran. „Es ist alles in Ordnung mein Schatz, ich koche dir gleich was schönes und dann reden wir“ sagte sie. Ich war so erleichtert. Abends haben wir noch stundenlang gequatscht, nicht nur übers Schwulsein, nein über alles Mögliche. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist seitdem noch intensiver geworden. Mein Coming Out hat mich wirklich sehr befreit. Von einer Last die ich mir anfangs selbst einredete, aus Angst vor Ablehnung. Heute bin ich selbstbewusster und stehe zu dem was ich bin, was geht das einen anderen an wen ich liebe. Das ist ganz allein mein Leben.
Ich kann anderen nur Mut zusprechen und ihnen sagen dass ein Coming out das Leben sehr verändert. Auch bin ich mir bewusst dass es nicht für jeden so einfach ist, aber alles wird in Gemeinschaft gut. Ich habe Dank GayUnion vieles erlebt was ich nicht mehr missen möchte. Meine erste schwule Party, meinen ersten Kuss und viele Freunde die alle genau das gleiche durchmachten wie ich. Alleine hätte ich mich das nicht getraut.
Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Dinslaken, lebte dort zusammen mit meiner Mutter. Meinen Vater kenne ich nicht, habe ihn zuletzt als kleines Kind gesehen. Wir hatten es nicht immer leicht, aber zu meiner Mutter habe ich immer ein gutes Verhältnis gehabt.
Dort in meiner alten Schule habe ich mit etwa 12 bemerkt dass ich schwul wäre. Ich war verwirrt, konnte aber damit nichts anfangen. Ich war schon mit den Veränderungen an meinem Körper vollkommen ausgelastet und dachte
es wäre normal, also eine Phase. Doch die Gedanken gingen nicht fort, nein sie intensivierten sich. Mädchen interessierten mich nicht die Bohne. Aber die Jungs schon. Ich stellte mir vor wie es wohl sein mag, einen Jungen zu küssen. Es muss aufregend sein. Einen Freund hatte ich dort aber nie, ich habe niemandem davon erzählt, ich schämte mich auch ein wenig für mich. Ich wollte auch kein Außenseiter sein und habe einfach geschwiegen. Wer weiß was passiert wäre, wenn ich es doch getan hätte.
Dann vor ein paar Jahren hatte meine Mutter ein Jobangebot in Duisburg, auch einen Mann hatte sie schon ein Jahr davor kennengelernt und so zogen wir dorthin. Hier kam ich in eine neue Schule und somit auch in eine neue Klasse. Da saß er, seine Augen, sein Blick, wow. Mein Traummann. Ich habe mich schnell mit ihm angefreundet, wir verstanden uns super. Aber er war hetero. Ich habe ihm das nie erzählt und werde es auch nie denn seine Freundschaft ist mir sehr wichtig.
Vor ein paar Monaten fragte mich ein Klassenkamerad ob ich grad ne Freundin hätte. Ich sagte nein. Als er fragte ob ich grad ein Auge auf ein Mädchen geworfen hätte sagte ich wieder nein. Er fand das lustig und als er scherzhaft sagte „Dann bist du wohl schwul“ antwortete ich unbewusst mit Ja. Ich schluckte, habe ich das wirklich gesagt? Sein Gesicht sah genau so überrascht aus wie meins. Daraufhin war ich schon nach wenigen Stunden in der gesamten Schule geoutet. Die Mädchen finden das süß, die Jungs machen zwar ihre Witze aber Probleme haben sie mir keine gemacht, mittlerweile ist es nicht einmal mehr Gesprächsthema.
Aber ich war mir dank ihm jetzt sicher schwul zu sein und es machte mich neugierig, ich wollte alles wissen, was mit mir passiert und wie ich damit leben soll. Ich habe im Internet schnell gefunden wonach ich suchte. GayUnion. Sie Seite bot mir alles was ich wissen wollte. Ich habe dort nette Leute kennenglernt und viele tolle Dinge mit denen erlebt. Aber ich wollte noch einen letzten Schritt tun. Das Coming Out bei meiner Mutter.Ich stand mit ihr beim Abwasch. „Wieso bringst du eigentlich nie eine Freundin mit?“ Ich merkte schon, das Thema wird unangenehm. „Ich habe keine“ antwortete ich. „oder einen Freund?“ bohrte sie nach. Ich erschrak innerlich und flüchtete indem ich schnell das Thema wechselte. Ich merkte aber dass sie bedrückt war. Ich habe ihr immer alles erzählt und ich denke sie merkte das ich was verschwieg. Das ging tagelang so.
Bei GayUnion rieten andere Mitglieder und User mir mich ihr zu öffnen, da sie wohl sowieso schon ahnt was los ist. Persönlich traute ich mich das nicht, also schrieb ich einen Brief. Ich schrieb und schrieb und schien kein Ende zu finden. Ich wollte alles loswerden, meine Gefühle, meine Sorgen und meine Ängste. Am Ende waren es 6 Seiten. Ich legte ihn auf den K
üchentisch und ging zu einem Freund. Ich hatte bei ihm die ganze Zeit über ein mulmiges Gefühl und ich habe mich richtig erschrocken als mein Handy klingelte und auf dem Display Mama stand. Mit zittriger Stimme ging ich ran. „Es ist alles in Ordnung mein Schatz, ich koche dir gleich was schönes und dann reden wir“ sagte sie. Ich war so erleichtert. Abends haben wir noch stundenlang gequatscht, nicht nur übers Schwulsein, nein über alles Mögliche. Mein Verhältnis zu meiner Mutter ist seitdem noch intensiver geworden. Mein Coming Out hat mich wirklich sehr befreit. Von einer Last die ich mir anfangs selbst einredete, aus Angst vor Ablehnung. Heute bin ich selbstbewusster und stehe zu dem was ich bin, was geht das einen anderen an wen ich liebe. Das ist ganz allein mein Leben. Ich kann anderen nur Mut zusprechen und ihnen sagen dass ein Coming out das Leben sehr verändert. Auch bin ich mir bewusst dass es nicht für jeden so einfach ist, aber alles wird in Gemeinschaft gut. Ich habe Dank GayUnion vieles erlebt was ich nicht mehr missen möchte. Meine erste schwule Party, meinen ersten Kuss und viele Freunde die alle genau das gleiche durchmachten wie ich. Alleine hätte ich mich das nicht getraut.
Artikel erstellt am 04.06.2010 von Martin


Kommentare (24)
Kommentare (0)
Dankeschön mein Schatz :* :*
Wir werden uns nie wieder verlieren mein Schatz, das weiß ich :*
Ich liebe dich auch mein Schatz und das von ganzen Herzen. Ich bin echt froh, dass ich so einen wie dich kennen gelernt habe, da du ein wundervoller Mensch für mich bist :* :* :*
Schatz die story ist einfach nur zum weinen... ich habe sie mir jetzt zum tausendsten durchgelesen und jedes mal kommen mir dir tränen
schatz ich hoffe ich werde dich nie wieder verlieren!!!
ICH LIEBE DICH :* :* :* :*
In meiner Schule denken eh alle ich bin schwul,(na gut ich habe echt den überblick verloren wem ich es gesagt habe,also wer es wissen darf und wer eigentlich nicht :( ) wenn sie mich fragen sage ich immer nein ich hoffe ich schaffe es irgendwann so gedankenverloren wie du zu sagen:JA. und mich dann nicht wieder rauszureden. bei meiner mutter ist es auch ähnlich sie bemerkt wohl das etwas nicht stimmt und ich habe so ein schlechtes gefühl im magen und ich will es ihr sagen weiß aber nicht wie? oder wann? mmmmh das is echt blöd
respekt.
Ich habe mir jetzt deine Geschichte zum x-ten male Durchgelesen und finde sie immer wieder schön Veith.Du bist und bleibst was besonderes für mich und ich hoffe das unser Kontakt niemehr Abreissen möge.:-))
Zu mir sagen auch immer ich wär schwul nur ich traue mich nie ja zu sagen das ist voll blöd ich wünhscte ich hätte den Mut...
Meine mutter hat zu mir mal gesgat das sie denkt das ich Schwul werde hehe!
wenn nur meine mutter auch so reagieren würde wie deine...
hi veidt ich bin neu angemeldel bei der seite und habe deine comin-out gelesen ich hatte auch fast die selben problemen aber trotzdem kann ich meine eltern das immer noch nicht sagen nur paar frunde von mir wissen das das ich schwul bin
Hey,
schöne Coming-out Geschichte und sehr gut geschrieben, ich wäre froh wenn es bei mir so laufen würde bin zwar noch voll drin im Coming-out aber läuft überhaupt nicht so wie ichs gern hätte:( naja vlt schreib ich meine Geschichte au mal hier rein^^ wünsche dir alles gute;)
LG David
Toll, dass Du so Offen über Dich Schreibst und es so Cool nimmst! Veith, da sind wir alle Durch. In der ehm. DDR war das Krasser. Alles Gute. Magst Du Melde Dich. Gruß Peter
Hallo, sympathisch, netter Typ! Gruß
Hay...danke^^
deine coming-out story ist schön und vor allem sehr schön geschrieben. Das ist btw das erste mal, dass ich eine Geschichte kommentiere. Nimms als Kompliment: du hast mic beeindruckt :)
Irgendwie entdecke ich in deinem Coming Out Ähnlichkeiten wie es damals bei mir war.Nur es ist natürlich Super von dir das du den Mut hattest es so Früh zutun.Deswegen ziehe ich den Hut vor dir.Ich Wünsche dir weiterhin alles Liebe und vor allem viel viel Glück von Herzen.
Von Dirk.
ich musste an einer stelle in mich hinein lächeln, und zwar die geschicht wo deine mum dich anrief und zu dir sagte: „Es ist alles in Ordnung mein Schatz, ich koche dir gleich was schönes und dann reden wir“
Also von mir die Daumen hoch, für deinen Mut und für deine sehr süsse Geschichte ;)
Hey Veith,
voll das Süsse Outing von dir..;)))))
LG. Tim
Hey Veith, tolle Geschichte.
Respect... :-)
Mir fehlt nurnoch das Outing vor meiner Mum, aber du weißt ja, daß das das Schwierigste ist. ;-)
Schön daß es dich gibt...
@Dio: Ja, das stimmt allerdings!^^
Schöne Geschichte. Sieht man doch mal wieder, dass mann sein Coming-Out oft gar nich richtig planen kann, sondern es sich seinen eigenen weg sucht, wenn man das so sagen kann. ;-)
ne super tolle Geschichte, wenn es mal bei jedem so ablaufen würde.
Also sei froh das alles bei dir so gut geklappt hat. ^^
@alle: Danke für die Kommentare
@otti: Ja, bin selber begeistert. Kommt mir so vor, als sei ich es nicht. ^^
WOW ne tolle story
Super ComingOut Story und super tolle BIlder (sag du nochmal, du seist nicht fotogen):P
Der kleine Veith ^^
Tolle Geschichte, der Veith ist wirklich ein sehr lieber.