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Mädchen
36 Einträge
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» Caroline (16) hat folgendes Problem
Hallo,
Eigentlich habe ich mich noch nie so richtig für Jungs interressiert. Wenn andere Mädchen für Jungs geschwärmt haben, hab ich immer nur mitgeschwärmt um so zu sein wie sie.
Als ich in der 5. Klasse auf die neue Schule kam, war ich komplett alleine. Da habe ich eine Freundin kennengelernt, die ich bis jetzt habe. Es ging zwischen uns immer auf und ab. Mal haben wir uns verloren, mal waren wir wie zusammengewachsen. Aber wir haben uns nie aus den Augen verloren.
Sie hat schon immer soetwas gesagt wie \"Alle Jungs sind hässlich, Mädchen sind einfach nur wunderschön\" usw.
Sie hat auch schon früher gesagt, sie wäre Bi oder Lesbisch. Die Begriffe haben immer gewechselt, so nach Laune eben.
Ich habe, als ich sie in der 5. Klasse kennengelernt habe, mich in sie verliebt. Damals habe ich gedacht, ich wäre dumm, weil ich mich in ein Mädchen verliebt habe. Ich hab damals meine Mutter so unauffällig wie möglich danach gefragt. Sie hat mich komisch angeschaut und hat nur gemeint \"Das ist ganz normal, in deinem Alter fühlt sich jeder zum eigenen Geschlecht hingezogen, weil man sich da vertrauter fühlt.\"
Damals hat sie auch gesagt, wenn ich später lesbisch sein sollte, wäre ihr das gleich. Dann würde ich eben meine Freundin zum Mittagsessen nachhause bringen und nicht meinen Freund.
Als das Gefühl für meine Freundin immer nicht verschwand, wurde ich nervös und habe gewartet, dass ich mich auch mal in einen Jungen verliebe, aber das kam nie. Ich hatte zwar schon Bezieheungen und auch Fast-Beziehungen mit Jungs, aber das war immer nichts so richtig. Ich habe sie natürlich geküsst und wir haben gefummelt und was so dazu gehört (bin aber noch Jungfrau!) aber mehr als \"sexy\" fand ich Jungs nie. Und Bauchkribbeln habe ich bei ihnen auch nie gehabt.
Aber das hatte ich eben immer bei meiner Freundin.
Ich habe mich nie getraut zu sagen, dass ich Mädchen schöner finde als Jungs, aber mit der Zeit wird das lästig.
Ich bin jetzt umgezogen, etwa 2 1/2 Stunden von zuhause entfernt. Ich dachte \"Vielleicht lerne ich hier ja ein paar nette Jungs kennen\" aber es ist wieder nur so, dass ich Einen ganz geil finde, aber mehr auch nicht. Gleichzeitig habe ich wieder ein Mädchen kennengelernt. Und ich glaube, ich habe mich wieder verliebt.
Ich würde meinen Eltern gerne erzählen, dass ich Bi bin (oder bin ich lesbisch? Aber immerhin empfinde ich auch ein bisschen was für Jungs...?), aber als ich vor ein oder zwei Jahren meine Mutter gefragt habe, was wäre, wenn ich lesbisch wäre, hat sie gesagt, sie wüsste dann nicht, was sie falsch gemacht hat und würde sich Vorwürfe machen und wüsste auch nicht, wie sie den Gedanken ertragen könne. Dann hat sie mich angeschaut, als würde sie auf ein \"Geständnis\" warten und trotzdem hoffen, dass es nicht so wäre. Sie hat also quasi genau das Gegenteil von dem gesagt, was sie fürher geasgt hat. Und seit ich sie das gefragt habe, redet sie immer wieder, dass Lesben ekelhaft sind und dass sie niemals etwas mit einer zutun haben will.
Was mein Vater denkt, will ich garnicht wissen. Der ist nämlich total altmodisch. Er ist z.B. noch der Meinung, ein Kind kann man nur mit Schlägen und Strafen richtig erziehen. Ein Kind darf sich auch nicht die Haare färben oder ein Piercing stechen. Ein Kind darf erst recht keine Mode mitmachen oder Ausschnitte tragen. In die Schule sollte ein Kind auch am besten nur mit Blusen und langen Hosen gehen. Und Jeans tragen nur Asoziale.
Natürlich halte ich mich nicht daran, aber es gibt immer wieder schlimmen Ärger und deshalb bin ich auch weggezogen. Jetzt wohne ich bei meiner Tante und meinem Onkel.
Ich dachte, sie würden vllt. verstehen, wie ich \"gepolt\" bin. Aber schon an einem der ersten Abende haben sie angefangen zu reden, dass Homos Missgeburten sind und dass es nur von der heutigen Gesellschaft abhängt, dass es so viele Schwule gibt. Dass die Medien Homosexualität als wunderbar publizieren würden und deswegen so viele Jugendliche so werden. Und sie haben geredet, dass man, wenn man die ersten Anzeichen dafür entdeckt, das am Besten sofort unterdrückt und die Jugendlichen von dem eigenen Geschlecht möglichst fernhalten sollte(haben sie tatsächlich so gesagt :( ).
Ich würde es so gerne erzählen, wie ich mich fühle.
Ich habe auch irgendwie das \"Problem\" dass mein bester Freund sich gerade erst als schwul geoutet hat. Außerdem habe ich eine Freundin, die ebenfalls lesbisch ist. Und meine beste Freundin ist wie schon gesagt bi. Ich habe also irgendwie einen homosexuellen Freundeskreis, wenn man das so nennen kann. Und ich glaube irgendwie, wenn ich jetzt sage, dass ich bi bin, dass sie dann denken, ich würde das nur sagen, weil sie sich schon längst geoutet haben und ich einfach dazugehören will, sie quasi nachmachen will.
Und am liebsten würde ich auch meiner besten Freundin sagen, dass ich sie Liebe, aber sie hat einen Freund und erzählt immer, wie glücklich sie sind. Sie hatte auch schonmal nen 3er mit einem anderen Mädchen und ihrem Freund. Ich habe ihr schonmal gesagt, dass ich sie Liebe, aber das war, als wir beide betrunken waren und ich weiß nicht, ob sie das so ernst genommen hat, bzw. ob sie sich überhaupt noch daran erinnert.
Es ist alles so dumm und kompliziert und ich hasse mich selbst für meine Gefühle und dass ich mir so viele Gedanken darum mache, obwohl es doch so einfach sein könnte (könnte es das?).
» Emanuele (Fachberater) hat geantwortet
Dies ist keine professionelle Beratung und beruht auf den Lebenserfahrungen des beratenden Vereinsmitgliedes.
Hallo Caroline!
Wow! Erstmal Respekt für deinen langen Text und dafür das du den Mut gefunden hast das alles zu schreiben...
Du schreibst in deinem Text, das du dich schon immer mehr für Mädchen als für Jungen interresiert hast, es aber schon Jungen gibt, die du "sexy" findest... deshalb gehe ich mal davon aus das du Bisexuell bist. Es kommt offt bei bisexuellen Menschen vor das sie sich zu dem einen Geschlecht mehr hingezogen fühlen als zum anderen (ist bei mir selber auch so). Aber ob du dich nun in ein Mädchen oder einen Jungen verliebst ist doch eigentlich egal solange du dabei glücklich bist! Ich würde mir darüber garnicht so viele Gedanken machen. Wichtig ist nur das du mit deinem/deiner Partner/in glücklich wirst.
Wenn deine Familie wirklich so "altmodisch" ist wie du schreibst und du meinst das sie es nicht akzeptieren oder tollerieren werden das du lesbisch oder bisexuell bist würde ich es vllt. erstmal noch nicht zuhause erzählen.... Such dir doch erstmal etwas Rückhalt und Unterstützung in deinem Freundeskreis. Du schreibst das du viele Homosexuelle Freunde hast, die auch schon geoutet sind. Ich denke nicht, das sie denken das du sei nur nachmachen möchtest weil Homosexualität neuerdings "in Mode" kommt. Sie haben ähnliches durchgemacht wie du und kennen die Phase des inneren ComingOut... sie wissen das es schwer sein kann sich anderen gegenüber zu öffnen und zu sagen: "Ja ich bin Homosexuell/Bisexuell"
Wenn du dich den ersten Leuten gegenüber geoutet hast, wird es immer lechter... nicht nur weil du schon einige Reaktionen selber erlebt hast sondern auch weil du immer mehr Leute haben wirst die zu und auch hinter dir stehen.
Liebe Grüße
Emanuele




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