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Der GayUnion Gruppen-Blog der gayclique
Startseite » Blog » GayCliquen » Ein Aufkleber und die fatalen Folgen

Leipzig » Ein Aufkleber und die fatalen Folgen

Ein Erstlingsbericht

„Pass auf, du kaufst dir ein Eis, lenkst so den Verkäufer ab und ich kleb' den Aufkleber dran!“
„Okay, dann hol' ich mal das Eis…“
„Wie jetzt, soll ich echt…?!“

Und da stand er auf, ging zum Eis-Auto und klebte einen Aufkleber an das Heck des weißen Vehikels. Und in großen Lettern wurde so der GayUnion e.V. mit den Worten „Bist du schwul oder was?!“ an einem Auto verewigt, das Eis an die Sonnenanbeter und Wasserratten am See verkauft. Das ist doch mal eine neue Art einer Werbekampagne, nicht? Oder wohl doch eher Mutprobe für die neuen Mitglieder des Vereins? ;-)

Dieses Ereignis, das immer mal wieder vorbeifahrende „gay-pimpte“ Schleckerparadies und einige delikate Gesprächsthemen erheiterten das Warten auf Gegrilltes. Lange dauerte es nicht, bis die ersten Steaks und Bratwürste in den Mündern der Clique verschwanden und man die Neuankömmlinge in die Gruppe integrierte. Man sprach nebenher über grundsätzliche Themen in homosexuellen Lebensbereichen, Umgang im Alltag oder das ein oder andere Coming-out - insbesondere die neuen Geschichten bereicherten die Konversationen und brachten Spaß und Diskussionsstoff. Aber auch die Quietschfähigkeit von Grillkäse war ein nicht vernachlässigtes Gesprächsthema!

Nach dem Essen beschnupperte man sich weiter, lachte eine Menge und Freundschaftsbande wurden geknüpft. Auch die ein oder andere „Knuddelattacke“ war angesagt – aber bei so lieben Menschen kann man schlecht „Nein!“ sagen! So mancher outete sich aber auch als Wasserratte, die mit ihren Umziehaktionen Gebetsanleitungen in Richtung Mekka nachahmten. Von den Wasserscheuen unter uns wurden währenddessen Geschichten von Wasserschlangen und sogenannten Grauen Panthern erzählt. Man hat all dies nie in der Umgebung des Sees gesehen, aber zwischen den Gesprächsfetzen ertönte gelegentlich ein kurzes Pfeifen. Wir zumindest wussten, was das heißt…

Als das letzte Grillgut aufgebraucht war, ein kleiner Teil sich schon verabschiedet hatte und die Sonne mit dem Mond ihren Platz tauschte brach der Rest der Truppe auf in Richtung Auto - denn zum Ausklingen des Abends ging es ins Apart! Einer kleinen Bar in der Innenstadt Leipzigs.


Dort angekommen wurde über den weiteren Verlauf des Abends beraten - Kino oder nicht Kino, DAS war hier die Frage! Doch nach einer uneinigen Abstimmung wurde diese Idee schnell verworfen und man wandte sich eher Grundsatzdiskussionen in den Bereichen der Liebe oder in Bezug auf gesellschaftliche Themen zu. Denn auch wir Schwulen und Lesben sind Teil dieser Gesellschaft und uns beschäftigt, was in der Welt passiert - auch wenn wir nach der ein oder anderen Meinung nicht gern gesehen sind! Aber das machte uns wie sonst auch an diesem Abend nichts aus - Trampolinspringen, Spaziergänge durch die Nacht und erneut öffentliche Knuddeleinlagen erfrischten unser Gemüt oder machten uns wach.

Der Abend neigte sich dem Ende zu, ein neuer Tag brach heran, und gegen 3 Uhr verließ der letzte Teil der Clique das Apart, brach auf nach Hause.
Alles in allem also ein wunderbarer und ereignisreicher Tag mit viel ungewolltem Bauchmuskeltraining, quietschendem Käse, merkwürdigen Tierarten und selbstverständlich dem ein oder anderen peinlichen Bildbeweis des Treffens. Aber auch so manches Material wird wohl auf Immer verschollen sein… ;-)

Noch mein persönliches Fazit zu dem ersten Vereinstreffen, an dem ich teilnehmen durfte:
Ich fand es großartig – man konnte so sein wie man ist, man musste bei keinem Thema um den heißen Brei herum reden und ich habe auf einen Schlag viele unglaublich liebe und nette Menschen kennengelernt. Denn dies hat letztlich zu einem Schluss bei mir geführt:

Ich bleibe dem Verein treu und werde ein Teil davon!
Das sollte Beweis genug sein, wie sehr ich mich wohl gefühlt habe… :-)

 

Dieser Artikel wurde von Oliver (TheLostOne) für die GayClique Leipzig geschrieben.

Artikel erstellt am 12.09.2011 von Henning


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