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Düsseldorf » Ein supertolles schwul-lesbisches Wochenende

Museen, Strand, Grillen und Feuerwerk

Am 28. Mai 2010 von 18 – 24 Uhr fand im Kreis Mettmann die Museumsnacht statt. Ganz vorne mit 4 teilnehmenden Museen lag Düsseldorfs Nachbarstadt Hilden! Der Eintritt in die Hildener Museen war an diesem Abend kostenfrei!

Da Hilden vom Düsseldorfer Hauptbahnhof innerhalb 14 Minuten mit der Bahn zu erreichen ist und alle teilnehmenden Museen in unmittelbarer Nähe des Hildener Bahnhofes lagen, dachte sich die GayClique Düsseldorf “wieso nicht mal über den Tellerrand hinausschauen und eine Nachbarstadt besuchen“?

17:30 Uhr traf man sich also bei strahlendem Sonnenschein vor dem Hildener Bahnhof um zusammen zu schauen was die Hildener Museen zu bieten hatten. Das, was den Museen an räumlicher Größe fehlte, machten sie wieder durch nette, fachkundige Mitarbeiter gut, die uns grandiose Führungen boten und auf jede Frage eine Antwort hatten.

Unsere erste Anlaufstelle war das Heinrich-Wimmer-Karnevalsmuseum. Die einzigartige Karnevalssammlung von Heinrich Wimmer ist quantitativ und qualitativ einmalig und mehrfach im Guinness-Buch der Rekorde erwähnt. 25.000 Orden warten auf Besuch! Auch 190 Narrenkappen und andere Kopfbedeckungen aus dem Rheinischen Karneval und den jecken Hochburgen seit dem Jahr 1963 befinden sich in der Sammlung. 60 komplette Ornate, Kleider und Uniformen haben auch in Hilden eine Bleibe gefunden. Viele weitere Exponate aus dem Karneval seit dem Jahr 1855 sind im Museumsbestand, darunter auch Präsidentenketten, Ehrenplaketten und zahlreiche Schriftstücke. Über eine Stunde führte uns der Archivar selbst durch die Ausstellung und zeigte der GayClique Düsseldorf sogar Stücke die noch im Archiv lagen und erst in den nächsten Monaten der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bei solch einem Event durfte natürlich auch die Presse nicht fehlen die die GayClique Düsseldorf ausführlich interviewte.

Nach soviel karnevalistischem Treiben zog es uns in das Wilhelm-Fabry-Museum und die Historische Kornbrennerei. Der Namensgeber des Museums, Wilhelm Fabry (geb. 1560 in Hilden, gest. 1634 in Bern) gilt als ein Begründer der modernen Chirurgie in Deutschland und erfährt noch heute in der Medizingeschichte weltweite Beachtung. Den 450. Geburtstag Fabrys feiert Hilden 2010 mit dem Fabry-Jahr. Über 120 Veranstaltungen, viele davon finden im Museum statt, verwandeln Hilden in die "Fabry-Stadt". Die Historische Kornbrennerei mit der 1887 eingebauten Dampfmaschine, eine der ältesten liegenden Dampfmaschinen des Rheinlandes, ist eine weitere Attraktion. Passend zur dort gezeigten medizinischen Ausstellung “Götter in Weiß – Arztmythen in der Kunst“ konnten wir hier eine szenische Darstellung der Theater-Company SPETTACOLO aus ihrem Stück “Nicht einfach krank – doch nicht gesund genug“ ansehen. Wie klein die Welt doch ist sieht man daran dass ein Mitglied der GayClique Düsseldorf einen Darsteller des Theaterstücks als einen seiner ehemaligen Chemielehrer identifizierte.

Die erste Hälfte hatten wir nun hinter uns, aber noch lange nicht genug gesehen. Deshalb zogen wir weiter zum Haus Hofstraße 6. Am 10.Februar 1979 gründeten kunstinteressierte Bürger und Hildener Künstler den Verein, um das letzte Hildener Kutscherhaus “Haus Hofstraße 6“ mit Remise und Pferdestall aus dem 19. Jahrhundert vor dem beschlossenen Abriss zu retten. 1982 konnte das Haus nach langer umsichtiger Restaurierung für die Kunst nutzbar gemacht werden. Hier führten Künstler uns durch den Skulpturengarten und versorgten uns mit kleinen Snacks und Getränken. Im Ausstellungsraum war "Bandbreite 24" eine Ausstellung zum Thema “Wilhelm Fabry und seine Zeit“ zu sehen. Da es leider noch zu hell war konnten wir die künstlerischen Projektionen auf der Hauswand noch nicht sehen und entschlossen erstmal die nächste Ausstellung zu besuchen und nach Einbruch der Dämmerung zurück zu kehren. Somit blieb uns noch der Kunstraum Gewerbepark-Süd.

Im Kunstraum Gewerbepark-Süd finden in enger Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Hilden und den Inhabern des Gewerbepark-Süd vier bis fünf Ausstellungen im Jahr über einen Zeitraum von jeweils ca. vier Wochen statt. Den Schwerpunkt bilden Werke regional ansässiger Künstler. Es werden aber auch mindestens einmal pro Jahr Werke von international renommierten Künstlern ausgestellt. Der ca. 250m² große, lichtdurchflutete Raum im 1. Obergeschoss mit seiner blauen Stahlkonstruktion und den weiß gekalkten Decken und Wänden schafft eine angenehme Atmosphäre, die gleichzeitig nicht vom Wesentlichen ablenkt. Daneben finden in diesem Raum auch andere Veranstaltungen wie Hildener Unternehmertag, Existenzgründertag sowie Konzerte im Rahmen der Hildener Jazztage statt.

Zur Museumsnacht erwartete uns hier neben einem Sektempfang und frischen Brezeln eine Ausstellung der Hildener Künstlerin Karin Dörre: "Kulturpreis Kreis Mettmann 2009: Zeichnungen und Bilder der Preisträgerin Karin Dörre". Untermalt durch Livemusik einer ortsansässigen Jazzband ließen wir eine ganze Zeit lang Karin Dörres Werke auf uns wirken.

Nach soviel Kunst und Input wollten wir die gesammelten Eindrücke erstmal auf uns wirken lassen und gingen in eine nur unweit entfernte Szenekneipe. Hier war es so gemütlich das wir die Zeit total vergessen haben und fast zu spät zurück zum Haus Hofstraße 6 kamen um die künstlerischen Projektionen zu bewundern. Um null Uhr endete die Museumsnacht in Hilden, aber nach hause wollte noch keiner von uns. Also setzten wir uns kurzerhand in den Stadtpark und ließen dort den Abend oder ehr die Nacht mit ein paar Getränken ausklingen. Bei der Verabschiedung freuten wir uns jedoch schon darauf uns in ein paar Stunden wieder zu sehen. Denn wenige Stunden später, traf sich die GayClique wieder in Düsseldorf zum Grillen und um das Feuerwerk zum Japantag zu bestaunen.

Samstag um 17:00 Uhr, schon eine Stunde vor dem eigentlichem Treffen, fand sich ein kleines Grüppchen neuer Mitglieder zusammen um sich untereinander kennen zu lernen. Da die Zeit bis zum Eintreffen der restlichen Gruppenmitglieder nicht sehr lange war, entfernten wir uns nicht weit vom Hauptbahnhof und setzten uns für eine lockere Gesprächsrunde in einen unserer Community-Partner, dem Club Levent. Schnell verselbstständigte sich das Gespräch und jeder fühlte sich jetzt sicher genug auch die anderen Jungs und Mädchen der GayClique Düsseldorf kennen zu lernen. 18:00 Uhr begrüßte man sich herzlich am Treffpunk und steuerte als erstes einen Supermarkt an um sich mit genügend Grillgut und Getränken zu versorgen. Vollgepackt schleppten wir uns dann zum Sandstrand wo wir uns super Plätze reservierten um das Feuerwerk zu sehen. Anfangs hatten wir bomben Wetter! Sonne, Wärme und das alles am Strand…

Grills wurden aufgebaut und entzündet, Fleisch und Würstchen aufgelegt, sich unterhalten, gelacht und die Sonne genossen! Kurz: Die Stimmung war super! Immer wieder kamen noch schwul lesbische GayUnionler nach bis wir über 50 Teilnehmer waren.

Kurz vor Einbruch der Dämmerung fing es dann leicht an zu regnen was uns aber nicht davon abhielt weiter zu Grillen. Und wenn die Sonne uns schon nicht mit Wärme versorgen will, wird eben ein kleines Feuerchen gemacht um das man sich versammelt.

Für den Notfall hatten wir aber trotzdem schon einen Ausweichplan parat! Das K1 öffnete für uns seine Pforten, so dass wir bei schlechtem Wetter dort den Eurovison Songcontest hätten verfolgen können! Hierfür noch mal recht herzlichen Dank an Ramona und das Team des K1!

Glücklicherweise hielt sich der Regen aber in Grenzen und wir konnten das Feuerwerk vom Sandstrand aus genießen. Dennoch zog es uns nach dem Feuerwerk nach drinnen. Mit einem kleinen Zwischenstopp bei einem bekanntes Schnellrestaurant ging es zum K1 wo wir zum Abschluss noch mal so richtig feierten!

Wie immer hatten wir zwei tolle Tage in der Gemeinschaft!

Wenn auch du neugierig geworden bist, dann schau doch einfach mal auf einem unserer nächsten Treffen vorbei. Es wird dir sicher gefallen!

Artikel erstellt am 30.05.2010 von Emanuele

Galerie: Ein supertolles schwul-lesbisches Wochenende




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